1Was versteht man unter einem „Schnellenden Finger“?
Ein „Schnellender Finger“ ist eine anlagebedingte Erkrankung, bei der die Sehnen des betroffenen Fingers nicht mehr unter dem verdickten Ringband gleiten können. Das wiederum verursacht beim
Beugen des Fingers ein „schnellendes“ Geräusch und eine oft schmerzhafte Bewegungseinschränkung.
Wurde die Diagnose gestellt erfolgt ein kleiner operativer Eingriff. Nach dem Abklingen der Anästhesie ist die freie Fingerbeweglichkeit schnell wieder hergestellt. Nur selten sind
krankengymnastische Übungsbehandlungen notwendig.
2Wie äußert sich ein Karpaltunnelsyndrom?
Das Karpaltunnelsyndrom bezeichnet ein Kompressionssyndrom des Mittelarmnervs in der Handwurzel. Das Erstsymptom sind Schmerzen, die vor allem nachts in die Hand – hier häufig Daumen, Zeige- und Mittelfinger – und in den gesamten Arm ausstrahlen. Im fortgeschrittenen Stadium treten die Schmerzen auch tagsüber auf und führen zu Muskelschwund im
Daumenballen, zu Greifschwäche und einer Minderung des Gefühls.
Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Unterschiedliche Operationsformen sind möglich – wir bieten
die offene Spaltung des Karpaldaches an.
3Was ist ein Ganglion („Überbein“) und wie wird es behandelt?
Ein Ganglion (umgangssprachlich: Überbein) ist eine oft mehrfach auftretende, gutartige und prallelastische
Geschwulstbildung am Handgelenk oder an den Fingergelenken, das sich i. d. R. durch Ruhigstellung der betroffenen Region selbst zurückbildet. Es wird angenommen, dass eine Überbeanspruchung mit chronischen Reizzuständen oder aber eine
Spontanbildung die Ursache ist. Ein Ganglion kann Schmerzen verursachen oder die Beweglichkeit
einschränken.
Bei großen Ganglien kann es zu einer Kompression von Nerven und Gefäßen kommen.
Die Diagnose eines Ganglions wird meist durch dessen Lokalisation oder Form gestellt. In manchen kann eine leichte Massage (Rückführung der Flüssigkeit ins Gelenk) helfen. Alternativen sind die Nadelaspiration (Punktion) des Ganglioninhaltes, Ultraschall oder chirurgische
Intervention zur operativen Sanierung notwendig.
4Werden in der Weichteilchirurgie Atherome, Lipome bzw. Nävi entfernt?
Die Entfernung eines Atheroms, eines Lipoms oder eines sogenannten Nävus gehört zur Weichteilchirurgie.
Ein Atherom ist eine gutartige Zyste im Unterhautzellgewebe. Sie entsteht durch den Verschluß der Ausführungsgänge der Talgdrüsen. Sie befinden sich meist im Bereich der behaarten Haut, also am Kopf,
im Gesicht, Nacken, auf der Brust oder im Intimbereich. Ein Atherom wird i. d. R. entfernt, wenn es entzündet oder eitrig ist/war.
Ein Lipom ist eine gutartige Fettgewebsgeschwulst, ein Weichteiltumor der Fettgewebszellen. Sie tritt am
häufigsten in der Kopf-Hals-Region auf.
Nävus („Muttermal“) ist die allgemeine Bezeichnung für eine gutartige Fehlbildung der (Schleim-)Haut, bei
der normale Zellen oder Gewebe vermehrt, vermindert oder ungleichmäßig vorkommen.
Sofern keine mechanischen Einschränkungen verursacht werden, ist eine
Entfernung nur aus kosmetischen Gründen, nicht aber aus medizinischen notwendig.
5Werden Metall-Implantate operativ entfernt?
Bei Kindern werden Metallplatten, Schrauben, Drähte oder Nägel, mit denen ein Knochenbruch versorgt wurde, nach wenigen Wochen wieder entfernt. Bei Erwachsenen hängt das u. a. von subjektiven Beschwerden wie mechanischen / allergischen Reaktionen, Lockerung der Metall-Implantate oder den dadurch entstandenen Druckschmerzen ab.
Eine Entfernung wird i. d. R. in Vollnarkose durchgeführt, bei der die Narbe des Ersteingriffes soweit wie
notwendig wieder geöffnet wird.
Da der Bruch zum Zeitpunkt der Metallentfernung (ME) schon verheilt ist, ist eine vollständige Belastung kurz nach der OP bereits wieder möglich.
In manchen Fällen wird auf die ME verzichtet, weil das Implantat schwer zu erreichen ist oder der Patient
bereits ein hohes Alter aufweist.
6Wie unterscheiden sich Hämorrhoiden und Analvenenthrombosen?
Die Proktologie beschäftigt sich mit den Erkrankungen des Enddarms, dazu gehören Hämorrhoiden und Analvenenthrombosen.
Eine Analvenenthrombose ist eine schmerzhafte Schwellung im Bereich des Afters. Sie kann sich nach
kurzer Zeit selbstständig zurückbilden.
Bei starken Schmerzen wird die Analvenenthrombose zunächst mit Schmerzmedikamenten therapiert, gelegentlich muß sie auch unter örtlicher Betäubung komplett entfernt werden. Sie wird häufig mit Hämorrhoiden verwechselt.
Hämorrhoiden sind hingegen vergrößerte oder tiefer getretene Gefäßpolster, die Beschwerden verursachen.
Zu den Beschwerden gehören v. a. anale Blutungen und quälender Juckreiz.
Hämorrhoidalleiden vor dem 35. Lebensjahr sind selten. Salben können die Beschwerden lindern. Eine Heilung ist häufig nur durch einen operativen Eingriff z. B. nach Milligan-Morgan, Parks oder Longo möglich.